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Donnerstag, 09. September 2010
vereinsgeschichte

Die Vorgeschichte

Alles trug sich am Ende der 80er, Anfang der 90er zu. Durch die Verkettung unglücklicher Umstände wurden die beiden Gebäude, in denen die Bartholomäer Jugendlichen seither ihr Domizil hatten, umgebaut. Da standen sie nun ... und so kam es, da es an geeigneten Räumlichkeiten nun fehlte, dass sich eine kleine Gruppe Jugendlicher zusammenfand, um ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Ihr Traum war die Errichtung eines selbstverwalteten Jugendzentrums ... und der Traum sollte keiner bleiben. Im Frühjahr '92 formierte sich eine Gruppe von ca. 40 Jugendlichen und die Jugendorganisation Bartholomä (JOB) wurde ins Leben gerufen. Der Aufbau eines Jugendzentrums wurde als Primärziel ins Auge gefasst und nach einer längeren Zeit voller Ungewissheit kam der Zufall ins Spiel. Man erhielt Informationen, dass ein Fertighaus im Barackenstil abgerissen werden sollte. Problematisch war allerdings, dass das Gebäude ca. 25km von Bartholomä entfernt stand. Nachdem der Plan für das Abbauen, Transportieren und den späteren Wiederaufbau erstellt war bat man die Gemeinde um die Zurverfügungstellung eines Grundstücks.


Der Abbau des Hauses

Nachdem die "Innereien" des Hauses entfernt wurden ging es los. Am 06.06.1992 um 6 Uhr morgens, traf sich eine Gruppe von Jugendlichen, die das komplette Haus in 3 Tagen (!) abbaute, auf Sattelschlepper verlud und gen Bartholomä transportierte. Hört sich verrückt an, war aber so. Dort angekommen, wurden die Elemente aus denen es bestand abgeladen und in Scheunen für die nächsten zwei Jahre zwischengelagert. In dieser Zeit wurde fieberhaft nach einem geeignete Grundstück gesucht. Die JOB brauchte natürlich auch Geld zum Bauen, also organisierte man verschiedene Aktionen wie z.B. Altpapiersammlungen, Feste, Hilfe bei Umzügen, ... um ein vernünftiges Startkapital zu haben.


Der Aufbau des Hauses

Im April 1994 ging es los. Eigentlich hatte keiner, bis auf eine handvoll gelernter oder in der Lehre befindlichen Handwerker, Ahnung von der ganzen Materie. Dies sollte sich während der Bauphase Ackernoch schwer ändern. Als das Baugelände eingeebnet und nun in einem ackerähnlichen Zustand war, wurde mit dem Ausheben der Fundamentgräben sowie der für Frisch- und Abwassergräben begonnen. Dies erfolgte teilweise mit einem Bagger aber vor allem auch mit Pickel, Schaufel und Schubkarre, da der Boden ziemlich aufgeweicht und somit unbefahrbar war.Wie man sieht, wurde allen widrigen Wetterumständen getrotzt. So kämpfte man sich durch den Schlamm, grub Gräben, verschalte die Fundamente und betonierte schliesslich dieselben. Ebenso wurden Kanalrohre verlegt (einhundertprozentig 2% Gefälle, ja man nahm es sehr genau) und Schächte betoniert.


Wände Nachdem die Bodenunterkonstruktion aufgebaut war, ging es ans Aufstellen der Wandelemente. Auch dies wurde ohne maschinelle Hilfe erledigt, sondern einfach mit viel Muskelschmalz.


So, die Wände standen, das Dach war aufgerichtet und gedeckt und man hatte die Humusberge vom Aushub wieder ebengeschoben. Nun gings ans Innenausbauen. Zu Beginn sah es verheerend aus, aber mit zahlreichen hochmotivierten und unerbittlichen Helfer, arbeitete man Tag und Nacht bis man mit dem Ergebnis zufrieden war. Es wurde gebohrt, geschraubt, gesägt, gehämmert, gefliest, gestrichen, getackert, verputzt, verkabelt, ... und so erlernte jeder während der Bauphase zumindest die wichtigsten handwerklichen Tätigkeiten. Beinahe ein Jahr wurde hart gearbeitet, bis im Dezember '94 das Werk vollendet war.Haus


In der Zeit zwischen '94 und '98 wurden noch notwendige Renovierungen erledigt. So wurden neue Fenster eingebaut und das Dach neu gedeckt. Der ganze Aufbau des Hauses ging natürlich nicht ohne einige Eltern und Handwerksbetriebe, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Vor allem aber nicht ohne die vielen Jugendlichen, die alle Energie in die Realisierung ihres Traumes steckten ... ein eigenes selbstfinanziertes und vor allem selbstverwaltetes Jugendhaus zu errichten.


Die Job als Preisträger

Die JOB ist in dieser Form wohl einzigartig im Ostalbkreis, denn die meisten anderen Jugendvereine werden entweder von einer Stadt/Gemeinde geleitet oder zumindest finanziellPreis unterstützt oder sie sind die Unterabteilung eines anderen Vereins. Das Konzept der JOB machte natürlich neugierig und so fanden immer wieder Bürgermeister, Gemeinderäte und Jugendliche aus anderen Gemeinden den Weg nach Bartholomä, um zu fragen "wie habt ihr das denn alles so gemacht?". Für diese Leistungen wurde der Jugendorganisation im Jahre '96 ein Preis für vorbildlich kommunale Bürgeraktionen vom Land Baden-Württemberg verliehen. Sie wurde aus 346 Bürgeraktionen in die engere Wahl genommen und mit ein paar anderen Projekten als Preisträger ausgezeichnet.

Entwicklung

Nach der Realisierung des eigenen Jugendhauses war die Arbeit nicht getan. Nun galt es das Vereinsleben aufrecht zu erhalten. Da in einem Jugendverein immer wieder ältere Mitglieder gehen und jüngere Mitglieder dazukommen ist es wichtig die neuen Mitglieder zu integrieren.
Jedes Mitglied hat daher die Möglichkeit in der jährlichen Hauptversammlung sich in den Ausschuss wählen zu lassen und  einen verantwortlichen Posten zu übernehmen. Auch alle anderen Mitglieder sind in einem selbstverwalteten Jugendhaus ebenso gefordert aktiv am Vereinsleben teilzunehmen und bei Veranstaltungen und Aktionen mitzuwirken. Diese fördern zum Einen die Gemeinschaft - da ein eigenes Haus aber auch laufende Unterhalts- und Renovierungkosten verursacht - bilden diese zum Anderen auch die finanzielle Basis.

Bockbierfest So hat sich bereits seit mehreren Jahren das mittlerweile traditionelle Bockbierfest etabliert. Immer am Samstag vor Heilig Abend veranstaltet die JOB dieses Fest an dem eine Live-Band für gute Stimmung und ein unvergessliches Rockkonzert sorgt.

7 Jahre lang wurde im Sommer das Albfestival Open Air veranstaltet. Zwei Tage lang ein Sommerfest der Superlative. Zwei Abende an denen zahlreiche Bands auf einer großen Bühne auftraten und ein Human Table Soccer- oder VolleyballturnierBühne am Samstagnachmittag stattfand. Eine riesige Veranstaltung an der die Jugendlichen jährlich 5 Tage lang am Stück beim Aufbau und Abbau, an Getränke-, Essens- und Barständen, bei der Organisation der Turniere, usw. sich für ihren Verein engagierten. Doch leider war das Wetter nicht immer auf der Seite der JOB und so regnete es beinahe jedes Jahr am Albfestival. Im siebten Jahr lachte zwar die Sonne, allerdings blieben die Besucherzahlen trotzdem weit unter den Erwartungen. Da bei einer Veranstaltung dieser Größe der zu leistende Aufwand in keiner Relation zum Ergebnis stand, wurde beschlossen kein Albfestival mehr zu veranstalten! 

Bierkistenstapeln An seine Stelle trat ein Sommerfest in einem etwas kleineren Rahmen. Um das Schlechtwetterrisiko zu minimieren entschied man sich keine Bands mehr  zu engagieren sondern andere Attraktionen mit ins Boot zu nehmen. So entstand eine außergewöhnliche Sommerparty mit Bierkistenstapeln für jedermann, klasse Musik, einem Volleyballturnier am Nachmittag und Cocktails am Abend.

Doch nicht nur Veranstaltungen prägen das Vereinsleben, auch Aktionen wie die regelmäßige Altpapiersammlung an der an einem Tag das Altpapier in Bartholomä und den Außenhöfen eingesammelt wird. Diese Aktion bringt immer sehr viel Spaß mit sich und spült natürlich auch wieder etwas Geld in die Kasse.

Kurz vor dem 10-jährigen Jubiläum war es nach kleineren notwendigen Renovierungen (Wände streichen, etc.) dann langsam Zeit für größere Renovierung- und Instandhaltungsarbeiten. Das Dach sollte - durch den Orkan Lothar etwas in Mitleidenschaft gezogen - erneuert werden. Mit Hilfe einer Aktion des Landes mit dem Namen „Damit wir nicht im Regen stehen“ bekam die JOB nach diversen Anträgen einen Zuschuss um ihr Dach zu sanieren. So wurde in einer Schönwetterperiode das Haus abgedeckt, alles verschalt, neu isoliert und mit dem neuen Dach - diesesmal in Blech - neu eingedeckt. Bei der Gelegenheit wurde es noch nach vorne herausgezogen um somit ein schönes Vordach zu erhalten. Somit hatte die Jugendorganisation im Jahr 2003 (erneut) ein neues Dach über dem Kopf.

Grillstelle Ein Jahr später 2004 entschloss man sich eine große Grillstelle anzulegen um gemeinsame Grillpartys feiern zu können. Nachdem die Planung abgeschlossen war, wurde begonnen mehrere Kubikmeter Erde zu bewegen, es sollte schließlich eine vernünftige Grillstelle werden. Es wurden L-Steine zur Hangbefestigung gesetzt, Bodenplatten verlegt, ein Betonring organisiert, ein großer Grillrost mit Arm zusammengeschweißt, schöne Holzbänke gezimmert, ... und so entstand eine einmalige und ideale Grillstelle für die JOB. Wieder einmal stellten die Jugendlichen selbstständig mit vereinten Kräften was Eigenes auf die Beine.

2005 wurde es notwendig dem Jugendhaus einen neuen Außenanstrich zu verpassen. Man entschied sich für die Farbe Grau und nach den getroffenen Vorbereitungen ging es dann im Mai 2005 bei gutem Wetter an die Streicharbeit. So erstrahlte dann nach zwei erfolgreichen Streichtagen das Haus in neuem Glanz. 

Im selben Jahr stellte sich noch die Frage ob auf auf Erdgas umgestiegen werden soll nachdem die neuen Gasleitungen direkt am Haus vorbeigehen. Es wurde das Für und Wider erörtert und am Schluss hat sich die JOB dafür entschieden, sich ans Erdgasnetz anschließen zu lassen. Der alte Gastank wurde noch leergemacht und anschließend vom Verleiher abgeholt.


Heute

Nach 14 Jahren steht die Job nach wie vor auf eigenen Beinen. Die jährlichen Arbeitsaktionen, wie Frühjahrsputz, Arbeitseinsatz im Garten, Streichaktionen, etc., an denen die Mitglieder der JOB ihren Verein tatkräftig unterstützen, sorgen dafür, dass das Jugendhaus und das Gartengelände rund ums Haus stets gepflegt sind.
Um den Vereinsgedanken zu leben werden Ausflüge unternommen, wozu das Campen am Bodensee, Skifahren in Sölden, das Besuchen des „Squash and fit“ in Waldstetten, eine Schneewanderung oder nur spontanes Grillen und Volleyball spielen gehören.
Jährliche traditionelle Feste, zu denen die Aprés-Skiparty, diverse Motto-Partys (Bauparty zum 10-jährigen, 80er Party, Tropical Night Party), das Sommerfest mit Volleyballturnier, das Bockbierfest und die Silvesterparty gehören, tragen auch ihren Anteil dazu bei. Mit aktuellen 77 Mitgliedern ist es der Jugendorganisation Bartholomä bis heute gelungen ein selbst finanziertes und in dieser Zeit wohl einzigartiges Jugendhaus aufzubauen und erhalten zu können.

  Und deshalb gilt bei uns das Motto ... "JOB ist topp!"